Betrachte diese Reihe eher als Sammlung als eine Reihe, deren Reihenfolge eingehalten werden muss. Die Lektionen bauen zwar aufeinander auf und werden immer komplexer. Du kannst aber gerne irgendwo anfangen, um die verschiedenen Aspekte dieser zentralen Bewegungsfunktion neu zu entdecken.
Der Brustkorb ist ein verbindendes Glied in der Bewegungskette bei der Übertragung von Kräften zwischen Becken, Schultergürtel und Kopf. In alltäglichen Handlungen wie Bücken, Strecken oder Nach-hinten-Schauen ist die Beweglichkeit des Brustkorbs von grundlegender Bedeutung. Durch Stress und Haltungsgewohnheiten geht diese Beweglichkeit bei vielen Menschen verloren. Diese Lektion in Seitenlage gibt deinem Brustkorb über Rotationsbewegungen und dazu kombinierten Atembewegungen wieder seine volle Freiheit zurück.
(Quelle: AY #430)
Das ist die klassische Feldenkrais- Lektion zur Verbesserung der Koordination von Beuge- und Streckmuskulatur in Rückenlage. Durch Bewegungen der Arme und Beine wird die Drehung der Wirbelsäule eingeleitet. Dadurch entsteht mehr Länge im Rumpf, sodass Becken und Nacken freier werden. In vielen alltäglichen Handlungen wie Gehen oder Nach-hinten-Schauen klingt diese Lektion dann nach.
(Yaron/Segal 1#4)
Die Muskulatur im Brustkorb übernimmt oft ungewollt Haltearbeit für die aufrechte Haltung – einfach, weil sie die Kraft dazu hat. In dieser Lektion werden über Drehungen und Verdrehungen aus der Seitenlage die Zwischenrippenmuskulatur und alle Verbindungen der Arme in den Rumpf dazu angeregt, diese unnötige Haltearbeit loszulassen. Dadurch erlangst du wieder die volle Beweglichkeit, sodass die Atmung leichter wird und der Nacken frei ist für Bewegungen.
(Quelle: AY #128)
Liegend auf dem Bauch, mit angewinkelten Beinen und den Innenseiten der Beine aneinander lehnend, kippst du deine Unterschenkel zur Seite und merkst, dass da eine Tendenz entsteht, deine Leisten zu beugen und die Knie etwas nach oben ziehen zu wollen. Im Verlauf der Lektion löst sich dann dieses Muster auf und du lernst, dass dein Schambein auch nach vorne gestreckt und somit die Leisten offenbleiben können. Muskuläre Verbindungen der Beine in den Rumpf entfalten Länge und helfen, das Becken im Stehen in eine aufrechtere Position zu bringen. Durch all das Drehen und Verdrehen und den Zug der Beine in den Rumpf lassen auch Verspannungen in Wirbelsäule und Brustkorb los, dein Nacken wird freier und zum Schluss schwebt dein Kopf hoch oben über den Füssen.
(Quelle AY #408)
In aufgedrehter Seitenlage bringst du Entspannung in Brustkorb, Schultern und Nacken. Die Haltearbeiten in diesem Bereich lassen nach und nach los, sodass du zu deiner vollen Länge zurückfindest. Finde eine elastische Verankerung für deinen Kopf und lasse ihn von der ganzen Länge deiner Wirbelsäule tragen.
Die Lektion Nr. 279 (Picken wie ein Huhn) ist eine gute Vorbereitung für diese Lektion.
(Quelle: AY #465)
Für viele Erwachsene ist es nicht mehr selbstverständlich, auf dem Boden zu sitzen. Das liegt nicht daran, dass wir älter werden, sondern schlicht daran, dass wir diese Position kaum mehr einnehmen. In einer Kultur, in der wir ständig auf Stühlen sitzen, verlieren wir die Geschmeidigkeit fürs Sitzen auf dem Boden. In dieser klassischen Feldenkrais-Lektion spielst du mit verschiedenen Varianten im Seitsitz und gewinnst in dieser ungewohnten Position immer mehr Bewegungsfreiheit im Brustkorb und in den Hüftgelenken. Erlebe, welche Auswirkungen das auf das Sitzen auf dem Boden hat.
(Quelle: Amherst)
Die perfekte Lektion, um deinen Rumpf als elastisches, biegsames, 3-dimensionales Volumen kennenzulernen. Du arbeitest mit Verdrehungen und Zug von den Beinen her, mit den Armen oberhalb vom Kopf auf dem Boden liegend und versuchst so, die obersten Rippen vom Schultergürtel zu differenzieren. Das Resultat sind Geschmeidigkeit und Länge im Rumpf sowie eine freie, aufrechte Haltung. Die Lektion 04 dieser Reihe (Lektion oberhalb) ist eine gute Vorbereitung dafür.
(Quelle: AY #265)
Die Augen korrespondieren mit der Streckmuskulatur im Rücken. Wenn wir lernen, die Bewegung der Augen von der Bewegung des Kopfes zu differenzieren, lässt der Rücken los. In dieser nicht ganz einfachen Lektion drehst du dich aus der Seitenlage allmählich auf, bringst das Gesicht zur Decke und differenzierst erst die Bewegung von Kopf, Augen und Schultergürtel in dieser Position. Nach und nach wird es komplizierter und du lernst, dass weniger mehr ist:: Wenn die Augen entspannt mitmachen können, werden die Bewegungen plötzlich einfach und leicht.
(Quelle AY #466)
Das musst du wissen, bevor du anfängst.
Auch wenn diese Bewegungsabläufe manchmal einfach erscheinen, sind sie oft sehr ungewohnt und können dich in unbekanntes Gelände führen. Mache die Bewegungen NIE mit zu viel Kraft oder Anstrengung und gehe NIE über deine Grenzen hinaus.
Versuche nicht, die Bewegungen richtig, gut, schön oder perfekt auszuführen. Vergiss all diese Normen. Gib deinem System stattdessen die Gelegenheit, Neues und Unbekanntes zu entdecken, indem du dich einlässt, ohne zu wissen, wohin die Reise führt.
Wenn wir uns langsam bewegen und dabei unsere Aufmerksamkeit darauf richten, wie wir uns dabei organisieren, kann das Nervensystem neue Möglichkeiten entdecken. Weniger funktionale Bewegungsmuster, die eventuell Ursache von Schmerzen oder Einschränkungen sind, können so losgelassen werden.
So erreichen wir
Falls Ihr Fragen habt, könnt Ihr gerne mit mir Kontakt aufnehmen.
Und so bereitest Du Dich auf diese Lektion vor.
Falls du medizinische Einschränkungen hast, sei bitte vorsichtig.
Betrachte die Bewegungsanweisungen als Vorschläge, die ein spielerisches Ausprobieren erfordern. Entscheide selbst, ob und inwieweit du die Übungsanleitungen umsetzen möchtest. Bei jeder Bewegung sollte dein Wohlbefinden oberste Prämisse sein. Gehe niemals an die Grenze deiner Bewegungsmöglichkeiten. Respektiere Schmerzen als das, was sie sind: Warnhinweise deines Körpers.
Wenn du beim Bewegen Schmerzen spürst, machst du zu viel. Hör dann auf. Mach eine Pause, bewege dich langsamer und führe die Bewegungen kleiner aus.
Wenn du beispielsweise merkst, dass du die Luft anhältst, dann bewegst du dich mit zu viel Kraft und Anstrengung. Experimentiere dann damit, wie du dich bewegen kannst, damit deine Atmung jederzeit frei fließen kann. Wenn du dich so bewegst, dass deine Atmung frei fließen kann und sich die Bewegung einfach und leicht anfühlt, können sich deine Grenzen erweitern und das, was am Anfang schwierig war, wird plötzlich einfach und leicht.
Fühle dich frei, JEDERZEIT eine PAUSE einzubauen, auch wenn ich gerade keine Pause anleite.
Du kannst die Bewegungen auch immer nur in der Vorstellung ausführen – manchmal ist das sogar noch effektiver. Wenn du eine Seite hast, die sehr eingeschränkt ist, dann kehre die Anweisungen einfach auf die andere Seite um und beginne mit der Seite, die sich leichter bewegen kann